Zur Geschichte des Tattoos
Die Geschichte der Tätowierkultur geht bis in die Bronzezeit zurück. War man sich unter Archäologen noch unsicher,
ob es sich bei menschlichen Darstellungen auf Höhlenwänden und Tongefäßen um Tattoos oder Bemalung handelte,
belegen Funde aus dem ewigen Eis (Özi, skytischer Krieger), später auch die stellenweise erhaltene Haut ägyptischer
Mumien, die auf dem gesamten Globus verbreitete Tradition, sich Male stechen zu lassen, die rituelle, heilende,
schützende, dekorative und initiierende Bedeutung in sich trugen.
Während Tattoos in den meisten Gesellschaften religiöse Hintergründe und hohe Anerkennung in der Gruppe signalisierten, entstand, vermutlich in Japan, auch eine Form der Straftätowierung und Ausgrenzung durch Stigmatisierung mit festgelegten Symbolen an offen sichtbaren Stellen wie der Stirn (nach dreimaliger Wiederholung einer Straftat ergab sich beispielsweise das Schriftzeichen für “Hund” oder “schlecht” auf der Stirn). Immer schon gab es Zeiten, in denen Tattoos hohe Akzeptanz und gleich darauf wieder starke Repressalien erlebten. In Neuseeland gab und gibt es mittlerweile wieder die berühmten Gesichtstätowierungen (Mokos). Diese waren lange Zeit verboten um den Handel mit Schrumpfköpfen zu unterbinden. Verbunden mit der Tradition die Köpfe von Verstorbenen auf einem Holzspieß in der Nähe der Behausung aufzustellen, wurden diese als begehrte Souvenirs von europäischen Seefahrern gehandelt, was dazu führte, das rivalisierende Stämme sich fast gegenseitig ausrotteten.
Gleichzeitig erzielte man damit einen Schlag gegen den “wilden”, kriegerischen und schwer regierbaren Teil der
Bevölkerung.
Weiteres wissenswertes Hintergrundmaterial zu Borneo Kriegern, Tahiti Tattoos und deutscher Tätowiergeschichte findet Ihr zum Beispiel in folgenden Büchern:
"Der buntbemalte Körper"; Michel Thevoz; ISBN-3-85504-097-4
"Tahiti Tattoos"; Gian Paolo Barbieri; ISBN-3-8228-7852-9
"Geschmückte Haut"; Karl Gröning
"Tattoo. Ritual-Kunst-Mode"; Henry Ferguson & Lynn Procter; ISBN-3-8118-1475-3